Auf der Webseite des Bayer-Konzerns liest man über “Tradition” und über “Werte” und über “Kompetenz”:
“Bayer ist ein Erfinder-Unternehmen, denn Forschung hat bei uns eine lange Tradition. Wir nutzen unsere wissenschaftliche Kompetenz und entwickeln Innovationen, um zur Lösung der großen Herausforderungen unserer Zeit beizutragen.”

Selten besucht man Webseiten, deren Texte so mit den Tatsachen widersprechen (Denglisch auf Bayer-Webseite)
Warum kommt Bayer dann mit abgeschmacktem Denglisch? Denn Sprachkompetenz kann mit dem Wort Kompetenz sicher nicht gemeint sein.
Wie soll ein Unternehmen, das nicht einmal den Wert von Kultur bzw. Sprachkultur kennt, glaubwürdig gute (wert-volle) Produkte hervorbringen?
Und wie innovativ kann ein Konzern sein, der nicht einmal die Kreativität besitzt, sich in seiner eigenen Sprache auszudrücken, sondern auf stumpfes Denglisch ausweichen muß? Soviel zum Wort Innovationen.

Dr. Marijn Dekkers, Vorsitzender des Vorstands der Bayer AG: Warum haßt er Sprachen und läßt Sprache(n) mit Füßen treten? (Foto: Bayer AG)
Dann wird ernsthaft von Unternehmens-Kultur (!) geschwafelt. Man fragt sich, ob der Schreiberling, der diese Zeilen auf der Bayer-Webpräsenz verfaßt hat, sein Hirn eingeschaltet hat, beziehungweise, ob er die Webseite selbst einmal angeschaut hat.
Unter “Unsere Werte” heißt es doch tatsächlich:
Die Unternehmenskultur ist eine wichtige Voraussetzung für den Erfolg von Bayer. Eine zentrale Rolle spielen dabei unsere Werte „Führung“ („Leadership”), „Integrität“, „Flexibilität“ und „Effizienz“, zusammengefaßt unter dem Begriff LIFE.

Wie weit wirklichkeitsfremd darf ein Marketingfritze sein? Man kann nur hoffen, daß er nicht unter dem Einfluß von irgendwelchen Substanzen stand (Foto: Tabletten von Bayer)
Also: Wenn Unternehmenskultur eine “Voraussetzung für den Erfolg” ist, dann muß man die Bayer-Aktie jetzt abstoßen?
Oder welche Botschaft soll hier denn vermittelt werden?
Man liest selten einen Text, der sich so selbst widerspricht wie diese Real-Satire auf der Webseite von Bayer-Chemie. (heißen die noch so? Nein, natürlich nicht: Jetzt heißt es: Bayer HealthCare, Bayer CropScience und Bayer MaterialScience. Und: Bayer Global, Bayer Business Services, Bayer Technology Services
Für die Bayer-Aktie gibt es wohl nur eine Empfehlung: Eine Verkaufsempfehlung.
Und zwar nicht bloß für diejenigen, die Denglisch nicht mögen und kulturelle (Sprach)-Vielfalt schätzen, sondern auch für jene, welche die Bayer AG nur wegen einer erhofften positiven Entwicklung des Aktienkurses kaufen wollen:

Grüner wirds nimmer: Der Bayerkonzern will sich menschennah darstellen und versucht es mit Denglisch. Etwas, was zum Schiefgehen verurteilt ist. (Bildschirmfotoausriß: Webseite Bayer)
Denn ein Konzern, der nicht die Sprache seiner Kunden (also im deutschsprachigen Raum Deutsch) spricht, kommuniziert an den Kunden vorbei. Zudem gibt es einschlägige Studien, welche belegen, daß an der Börse gehandelte Firmen, die mit Schwamm- und Blasendeutsch, also Denglisch, agieren, erfolgloser sind als Aktien solcher Unternehmen, welche eine klare Sprache sprechen. Beispiele gab es am Neuen Markt zuhauf und gibt es auch heute noch.
Und erschreckend scheint auch die Inkompetenz des Unternehmens. Aus dem Marketing-Gau im Fall Schlecker nichts gelernt, der weltweit für Spott sorgte.
Bei Bayer macht man mit einem Marketing weiter, das die eigenen Kunden großmehrheitlich abstoßend finden.
Weiterführend:
Abstimmung des Verein Deutsche Sprache zu Bayer-Denglisch
Deutsche Sprachwelt