Das Unternehmen Schlecker wies noch im Dezember wegen leerer Regale in Filialen aufgekommene Gerüchte um Geldprobleme zurück. “Es gibt keine Probleme mit Lieferanten.

Die Schlecker-Verantwortlichen und ihr Bildungsniveau: Nicht mal das Wort "Planinsolvenz" können sie richtig schreiben. Ein sog. Deppenleerzeichen darf anscheinend nicht fehlen. Peinlich.
Vereinzelte Regallücken schließen sich gerade”, versicherte Meike Schlecker, wie ihr Bruder Lars Schlecker. Beide sind die Kinder vom umstrittenen Firmengründer Anton Schlecker, welcher durch seinen üblen Stil gegenüber den eigenen Angestellten seit Jahren übelste Schlagzeilen machte.
Das wegen der üblen Arbeitsbedingungen seiner Mitarbeiter immer wieder kritisierte Unternehmen Schlecker nahm ein Restrukturierungsprogramm mit dem dummen Namen “Das Restrukturierungskonzept nannte man “Fit for future” in Angriff.
Daß Unternehmen, die mit denglischem Schwamm- und Blasendeutsch um sich schmeißen, wesentlich erf0lgloser sind als solche, die ein klares Deutsch benützen, zeigte zuletzt eine Untersuchung zum Neuen Markt in Deutschland.
Die Untersuchung scheint zuzutreffen. Denn jetzt ist Schlecker plötzlich in Insolvenz. Und die Mitarbeiter? Sie erfahren es aus der Zeitung.
Schlechter Stil also nicht nur bei der Sprache, sondern auch den Mitarbeitern gegenüber.
“For you – vor Ort” lautete der Werbespruch, der im gesamten deutschsprachigen Raum zu einem Marketing-Gau führte bzw. einen Hagel von Negativschlagzeilen nach sich zog.
Der Marketing-Gau wurde abgerundet durch die Begründung gegenüber dem Verein für Sprachpflege, welche ebenfalls im gesamten deutschsprachigen Raum für Schlagzeilen sorgte:
Das häßliche Denglisch solle durchschnittliche Schlecker-Kunden ansprechen, die “niederen bis mittleren Bildungsniveaus zuzuordnen” seien.
Daß auch dort Denglisch weder beliebt ist, noch in den Herzen der Kunden Fuß faßt, hätten die glücklosen Denglisch-Werbefuzzis in zahlreichen Studien nachlesen können. Aber vielleicht fehlte dafür einfach der Bildungshorizont…
Der häßlich Werbespruch “For you – vor Ort” dürfte zum Spottspruch verkommen. Denn von tausenden Filialen sollten bereits im Dezember 700 bis 1.000 geschlossen werden.
Diese Zahl dürfte sich in Anbetracht der Insolvenz der Dengländer-Drogeriekette nun dramatisch erhöhen. “Für Sie – vor Ort” dürfte da wohl bald abgewandelt werden in “Für Sie nicht mehr vor Ort.”
Das linke Magazin Stern schreibt zur Schleckerpleite:
Für die rund 30.000 Mitarbeiter ist die Pleite ein weiterer Nackenschlag. Denn sie mussten in den vergangenen Jahren einiges mitmachen: Immer wieder gab es Klagen über die Arbeitsbedingungen, es war von Gängelung und Ausbeutung die Rede. 1998 war das Ehepaar Schlecker sogar wegen Lohndumpings zu zehn Monaten Haft auf Bewährung verurteilt worden, zudem musste jeder eine Million Euro zahlen. Sie hatten Hunderte Beschäftigte jahrelang unter Tarif bezahlt. Der Umgang mit Angestellten hatte Züge von Steinzeit-Kapitalismus, wie zuletzt auch der Skandal um Billig-Leiharbeiter im Jahr 2010 oder eine angebliche Abschussliste für unliebsame Angestellte bewies. Zudem sind die meist sehr dünn besetzten Filialen ein beliebtes Ziel von Raubüberfällen, 380 davon gab es 2010. Die betroffenen Mitarbeiter werden oft schlecht betreut, wie der stern 2011 berichtet hatte. Und nun auch noch der Gang zum Insolvenzgericht.









